Wo Wurzeln zu Spitze werden: Silvia Brandi und das FarmLab 

Manche Menschen ziehen in die Großstadt, um die Welt zu finden. Silvia Brandi hat den umgekehrten Weg gewählt – und genau dort, im ländlichen Österreich, eine Welt um sich versammelt.

05.05.2026
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Die gebürtige Italienerin studierte Architektur in Mailand, forschte zwanzig Jahre in Barcelona zu Nachhaltigkeit und digitaler Revolution und kuratierte dort das Festival "Fixing the Future". Heute lebt sie auf einem Bauernhof in der Südoststeiermark, wo sie gemeinsam mit ihrem Partner das FarmLab gegründet hat: einen Ort, an dem 3D-Drucker und Laserschneider direkt neben Schafställen stehen. Künstler:innen aus aller Welt kommen für Residenzen hierher – eine tschechische Gästin züchtete Wurzeln in 3D-gedruckten Formen zu pflanzlicher Spitze, ein japanischer Künstler übersetzte die 400 Jahre alte Ukiyo-e-Drucktechnik ins Digitale.

Was dich bei Styrian Summer Art erwartet

Bei Styrian Summer Art bietet Silvia zwei Workshops an. Im ersten entwerfen die Teilnehmer:innen modulare Kleidungsstücke mit dem Laserschneider – jede:r entwickelt ein eigenes Modul, eine Form mit persönlicher oder kultureller Bedeutung. Der zweite Workshop widmet sich der Wolle, in Europa absurderweise als Abfall behandelt: Silvia färbt sie mit Pflanzenfarben und webt daraus auf lasergeschnittenen Rahmen kleine Kelims. Es geht ums Handwerk, aber auch um Wahrnehmung – welche Farben hat dieser Ort, was ist gerade jetzt in Pöllau möglich?

Was Silvia Brandi vermittelt, ist mehr als eine Technik. Tradition und Technologie sind für sie keine Gegensätze, Nachhaltigkeit kein Verzicht, sondern ein Erfindungsraum. Eine seltene Gelegenheit für alle, die Kunst nicht nur betrachten, sondern in ihr forschen wollen.

Hier geht´s zum persönlichen Interview mit Silvia Brandi: 

Zum Interview 

Foto:  Veronika Tanton